Newsletter Unternehmensboerse

  September 2010

 
 

Sehr geehrte Damen und Herren,   

wir begrüßen Sie recht herzlich zum aktuellen Newsletter der Unternehmensbörse Hessen.

In unserer heutigen Ausgabe finden Sie den zweiten Teil eines Fachartikels mit der Überschrift "Unternehmenskauf vs. Neugründung". Der Autor, Jens Olbrich, Geschäftsführer der exact Beratung GmbH, vergleicht die beiden Alternativen Kauf eines bestehenden Unternehmens und Gründung eines neuen Unternehmens und beleuchtet die jeweiligen Vorteile und Nachteile. In unserem August-Newsletter haben Sie den ersten Teil erhalten, in diesem Newsletter finden Sie nun den zweiten Teil des kompletten Textes. Den Artikel finden Sie auch auf unserer Homepage unter www.unternehmensboerse-hessen.de.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und Sie vorab auf zwei Veranstaltungen in diesem Herbst hinweisen.

Zum ersten Mal findet am 30.10.2010 der Wetterauer Mittelstandstag statt. Veranstaltungsort ist das Seminargebäude der IHK Giessen-Friedberg. Die Besucher erwartet ein interessantes Vortragsangebot zu den beiden Themenschwerpunkten "Unternehmensnachfolge" und "Finanzmanagement".  Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie im Internet unter www.mittelstandstag-wetterau.de.

Ebenso zum ersten Mal findet am 25.09.2010 in Groß-Gerau die Veranstaltung "existenZündung - Durchstarten mit Expertenrat" statt. An diesem "Tag für Gründung und Unternehmensaufbau" stehen Fachvorträge, Infostände und persönliche Gespräche im Mittelpunkt. Die Themen der Vorträge gruppieren sich um allgemeine Fragen zur Unternehmensgründung und -führung, um Finanzierungsund Fördermöglichkeiten sowie eine Reihe von Spezialfragen. Die exact Beratung wird einen Vortrag zum Thema "Gründung durch Unternehmenskauf - eine Alternative" halten. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen erhalten Sie hier.

Wir wünschen Ihnen viel Spass und Erfolg bei der Lektüre des Newsletters. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, erreichen Sie uns unter den angegebenen Kontaktdaten.

Ihr Team der Unternehmensbörse Hessen

 

 



  Aktuelle Angebote und Gesuche der Unternehmensbörse Hessen  


  Unternehmenskauf vs. Neugründung  

 

von Jens Olbrich - exact Beratung GmbH, Wetzlar

2. Teil

Im ersten Teil dieses Textes wurden im vergangenen Monat die verschiedenen Vorteile einer Unternehmensnachfolge beleuchtet. Diese, zugegebenermaßen gewichtigen Vorteile, die eine Betriebsübernahme gegenüber einer Neugründung hat, sind aber auch mit möglichen Nachteilen verbunden. Die wichtigsten Probleme, bzw. Nachteile sind in folgender Übersicht dargestellt:

  • Höherer Kapitalbedarf: Der wichtigste Nachteil von Betriebsübernahmen ist, dass ein Unternehmenskauf in der Regel bedeutend teurer ist als eine Neugründung. Meist übersteigt der zu zahlende Kaufpreis die Werthaltigkeit der einzelnen Vermögensgegenstände des Unternehmens. Dies liegt daran, dass der Verkäufer auch die immateriellen Vermögensgegenstände, wie z. B. den Kundenstamm an den Nachfolger übergibt und entsprechend vergütet haben möchte. Zwar ist die Neugründung eines Unternehmens mit weniger Kosten verbunden, es besteht aber auch das Risiko, dass in der Anlaufphase viel Lehrgeld zu bezahlen ist, bis eine betriebliche Organisation reibungslos und rentabel funktioniert.
  • Anpassungsbedarf bei Unternehmensstrategie und Marktpositionierung: In Bei einer Unternehmensnachfolge übernimmt der Käufer im Kern ein "fremdes" Unternehmen. Die Unternehmensphilosophie und -kultur des Altunternehmens entspricht meist nur teilweise den Vorstellungen eines Käufers. Der ambitionierte Nachfolger wird entsprechend das Ziel verfolgen, das Unternehmen gemäß seinen Zielsetzungen neu zu positionieren. Die Änderung und Umgestaltung einer langjährig etablierten Unternehmenskultur führt aber häufig zu erheblichen Anpassungsschwierigkeiten und Reibungsverlusten. Dieses Problem fällt bei einer Neugründung vollständig weg. hier kann der Existenzgründer von Anfang an ein Unternehmen gemäß seinen Ideen und Zielen verwirklichen.
  • Beratungsbedarf: In der Regel ist der Beratungsbedarf bei einem Unternehmenskauf größer als bei einer Neugründung. Die rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Komplexität eines Nachfolgevorhabens ist ungleich größer als die einer Existenzgründung. Oft müssen im Nachfolgeprozess Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Steuerberater eingebunden werden. Die Kosten hierfür müssen bei der Planung des Vorhabens berücksichtigt werden.
  • Geringere Verantwortung: Der Kapitalbedarf und das finanzielle Risiko ist bei einer Nachfolge meist größer als bei einem Gründungsvorhaben. Dementsprechend ist auch die Verantwortung des Nachfolgers größer. Die Unternehmensnachfolge verlangt vom ersten Tag an die Übernahme der kompletten Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern, Kreditgebern, Kunden und Lieferanten und gegenüber der eigenen finanziellen Zukunft. Im Rahmen einer Neugründung besteht eher die Möglichkeit, das Risiko zu Beginn zu begrenzen und die unternehmerische Verantwortung, z. B. durch die Einstellung von Mitarbeitern erst nach und nach zu erhöhen.
  • Wertrisiko: Bei einer Unternehmensnachfolge wird im Rahmen der Kaufpreiszahlung die Werthaltigkeit der materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände vergütet. Unternehmenskäufer tragen entsprechend immer das Risiko, dass z. B. Kundenstamm, Lagerbestände oder Maschinen, die übernommen wurden, weniger wert sind als beim Kauf angenommen. Ebenfalls muss ein Käufer klären, ob und in wie weit er für Risiken aus der Vergangenheit haftet (z. B. Altlasten bei Gebäuden, Gewährleistung, Schadenersatz)

An dieser Stelle möchten wir einen wichtigen Hinweis geben: Die Antwort auf die Frage „Nachfolge“ oder „Neugründung“ kann nie pauschal auf Basis eines vorgegebenen Kriterienkataloges beantwortet werden. Vielmehr ist eine individuelle und vor allem kritische Betrachtung der jeweils relevanten Faktoren notwendig, um auf den jeweiligen Fall bezogen die richtige Entscheidung zu treffen.

Das zu kaufende Unternehmen muss intensiv auf den Prüfstand gestellt werden. Vor Übernahme eines Betriebes ist u. a. zu prüfen, ob das Produkt- und Leistungsangebot nicht veraltet ist, ob die Maschinen auf dem neuesten Stand der Technik sind und ob die Mitarbeiter den Übergang auf einen neuen Inhaber akzeptieren.

Am wichtigsten ist die Plausibilisierung und Beantwortung der Frage, ob die Kunden nach einer Unternehmensnachfolge auch Kunden des Nachfolgers werden. Häufig ist es gerade bei mittelständischen Unternehmen so, dass die engen Kundenbeziehungen an den persönlichen Kontakten des abgebenden Altunternehmers hängen und deshalb nicht automatisch auf den neuen Firmenkäufer übergehen. Entsprechend können Kunden unter Umständen abwandern wenn ein „Neuer“ die Firma übernimmt.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Person des Nachfolgers. Der Faktor Mensch ist für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend. Egal ob Neugründung oder Unternehmensübergabe. Der Unternehmer muss über bestimmte Voraussetzungen verfügen und sowohl persönlich als auch fachlich in der Lage sein, ein Unternehmen in der entsprechenden Branche führen zu können. Eine Unternehmensnachfolge ist grundsätzlich kein Selbstläufer. Kunden und Geschäftspartner beobachten sehr genau, wie sich der „Neue“ verhält und werden sich bei einer Verschlechterung der Geschäftsbeziehungen gegebenenfalls schnell neue Partner suchen.

Abschließend möchte ich festhalten, dass die Übernahme eines bestehenden Betriebes eine interessante Alternative zur Unternehmensneugründung ist, und auch die bessere Wahl sein kann. Die Vorteile einer Unternehmensnachfolge entbinden den Nachfolger jedoch nicht von seiner Pflicht, sich kritisch mit seiner und der Situation des Unternehmens auseinanderzusetzen und die jeweiligen Vor- und Nachteile genau gegeneinander abzuwägen.

Kontakt: exact Beratung GmbH, Jens Olbrich, Karl-Kellner-Ring 23, 35576 Wetzlar, www.exact-beratung.de

 



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