Newsletter Unternehmensboerse

  Mai 2011

 
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir begrüßen Sie recht herzlich zum aktuellen Newsletter der Unternehmensbörse Hessen.

      

Nach 10 Tage bis zur Metallmesse Mittelhessen!!

Am 25. und 26. Mai 2011 findet zum ersten Mal die Metallmesse Mittelhessen statt. Veranstaltungsort ist die Rittal-Arena in Wetzlar. Die Unternehmensbörse Hessen ist auf dieser Industriemesse mit einem eigenen Stand vertreten und wir würden uns freuen, Sie an unserem Stand begrüssen zu dürfen. Für kostenlose Eintrittskarten können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Weitere Infos zur Messe erhalten Sie unter www.metallmesse-mittelhessen.de.

Fachartikel zum Thema "Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge"

In unserem heutigen Newsletter finden Sie einen Fachartikel über die relevanten Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge. Autor ist Volker Schmidt-Op den Camp, Rechtsanwalt und Steuerberater aus Haiger.

Wir wünschen Ihnen viel Spass und Erfolg bei der Lektüre des Newsletters. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, erreichen Sie uns unter den angegebenen Kontaktdaten. 

Ihr Team der Unternehmensbörse Hessen

 



  Aktuelle Angebote und Gesuche der Unternehmensbörse Hessen  


  Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge: Teil 1 - Die frühzeitige Planung  

 

von RA/StB Volker Schmidt-Op den Camp, 35708 Haiger

Einleitung

Die meisten Unternehmer sind aus Alters- oder Gesundheitsgründen gezwungen, ihr Unternehmen aufzugeben. So suchen, nach Schätzungen von Handelskammern und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie oder anderen Institutionen, aus diesem Grunde in den nächsten 5 Jahren bis zu 400.000 Betriebe einen Nachfolger. Es dürfte auf der Hand liegen, dass nicht jeder Unternehmer auf Anhieb einen geeigneten Kandidaten finden wird. Nach heutigem Kenntnisstand dürfte dies für rund ein Drittel der Betriebe der Fall sein. Folge: Das Lebenswerk ist gefährdet und den Beschäftigen droht der Verlust des Arbeitsplatzes.

Vor diesem Hintergrund verwundert es zusätzlich, dass sich schätzungsweise 80% der betroffenen Unternehmer noch nicht umfassend mit der Frage der Unternehmensnachfolge befasst haben. Wohl dem also, der sich frühzeitig mit diesem Thema beschäftigt. Und wie ich sehe, gehören Sie dazu. Dabei kann man die Planung der Nachfolge nicht früh genug beginnen, denn bis der Übergang abgeschlossen ist, können leicht mehrere Jahre ins Land gehen.

Ich empfehle daher – je nach Einzelfall - zwischen dem 55. und dem 60. Lebensjahr mit diesem Vorgang zu beginnen. Doch wie geht man vor, womit beginnt der Prozess, zumal die Konkurrenten nichts davon erfahren sollen? Patentrezepte gibt es für die Regelung der Unternehmensnachfolge keine, denn jeder Fall liegt anders. Allerdings treten bestimmte Fragen und Problemstellungen immer wieder auf, wodurch es durchaus möglich ist, sich auf die wichtigsten Aspekte vorzubereiten.

Schließlich sind die Ziele einer Unternehmensnachfolge naturgemäß unterschiedlich. Für den Altinhaber stehen die sorgfältige Auswahl eines geeigneten Nachfolgers und die eigene Versorgung im Mittelpunkt. Umgekehrt will ein potenzieller Nachfolger sicher gehen können, dass der Betrieb, den er erwirbt, wirtschaftlich gesund ist und über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit der Investition gutes Geld zu verdienen ist.

Im Rahmen einer dreiteiligen Serie möchte ich Ihnen diesen und weitere Aspekte näher bringen. Teil 1 startet mit: "Die frühzeitige Planung"

Vorteile der Nachfolgeplanung

Eine geordnete Betriebsübergabe und damit, die Fortführung des Lebenswerks ist nur möglich, wenn im Vorfeld zahlreiche, für beide Seiten neue Fragestellungen beantwortet und gelöst werden. Hierzu zählen neben den juristischen und steuerlichen Fragestellungen, auch emotionale Themen, die auftreten können, wenn die Zeit gekommen ist, das eigene Lebenswerk an eine andere Person zu übergeben.

Dabei sind die Vorteile einer frühzeitigen Nachfolgeplanung erheblich. Nicht nur die Chance einen Nachfolger zu finden steigt, auch der aktuelle Wert des Unternehmens steigt, sobald es mit einer entsprechenden Perspektive ausgestattet ist. Auch die Banken erkennen dies und achten immer häufiger auf diesen Sachverhalt. Im Zuge des Ratings legen sie besonderen Wert darauf, dass es eine klare Nachfolgeregelung vor allem bei kleinen und mittelständigen Unternehmen gibt. Ist keine Nachfolgeregelung vorhanden oder zumindest in der Umsetzung, führt das sehr häufig zu schlechteren Kreditbedingungen.

Doch auch aus einem anderen Grund sollten Sie sich mit dem Thema Nachfolge- bzw. Vertretungsregelung befassen: Ist nicht klar geregelt, wer im Vertretungsfall, etwa bei einem Unfall oder einer schweren Krankheit, die Entscheidungsbefugnis hat, können wichtige Entscheidungen, etwa die Annahme und Durchführung von Aufträgen oder wichtige Bankgeschäfte, nicht mehr durchgeführt werden. Dann droht dem betroffenen Betrieb im schlimmsten Fall die Insolvenz.

Vorbereitung

Trotz des Eingangs beschriebenen allgemeinen Zögerns sind es in den meisten Fällen dennoch die derzeitigen Inhaber, die den Anstoß für einen solchen Prozess geben. Für Sie ist es entscheidend, sich sehr schnell Klarheit über die Ziele und den angestrebten Zeithorizont zu verschaffen. Ein Berater kann ihnen hierbei sicherlich helfen, die letzte Entscheidung liegt aber bei ihnen selbst!

Daher empfiehlt es sich, zunächst einen groben Zeitplan mit den zentralen Themen zu erstellen. Wichtig ist dabei vor allem, dass der geplante Übergabezeitpunkt verbindlich feststeht bzw. festgelegt wird. An diesem Übergabezeitpunkt sollten sich alle weiteren Arbeiten und Termine ausrichten. Grundsätzlich kann ein Übergabezeitpunkt zwar noch verschoben werden. Dies sollte aber nur im Notfall geschehen, denn wenn man diese Möglichkeit eröffnet, wird es für den derzeitigen Inhaber häufig schwieriger, tatsächlich und endgültig von seinem Lebenswerk loszulassen.

Umgekehrt muss sich auch der Nachfolger darauf verlassen können, dass er den Betrieb zu einem festgelegten Zeitpunkt vollständig mit allen Konsequenzen und Entscheidungsbefugnissen übernehmen kann. Dies wird bei Externen vorausgesetzt, sollte aber auch für Familienangehörige im gleichen Maße gelten, denn mögliche Verschiebungen führen nicht selten zu Irritationen und Streitigkeiten über die weitere Vorgehensweise, die im schlimmsten Fall die gesamte Übergabe gefährden können.

Für die weitere Vorgehensweise ist es zudem wichtig zu wissen, aus welchem Kreis der Nachfolger kommen soll. Hier muss zunächst vom derzeitigen Inhaber eine Grundsatzentscheidung getroffen werden. In Betracht kommen Familienmitglieder, Mitarbeiter und Betriebsfremde.

Soll der Betrieb innerhalb der Familie fortgeführt werden, sind vor allem steuerliche und emotionale Probleme zu bedenken. Auch wenn die Vorstellung grundsätzlich schön ist, dass der Betrieb in der Familie bleibt, sollten ausschließlich Sachgründe maßgeblich sein. Daher sollten leibliche  Erben nicht zu einer Nachfolge gedrängt werden. Im Vordergrund sollten Wille, Eignung und Erfahrung stehen. Auch sollten an Familienmitglieder die gleichen hohen Anforderungen gestellt werden, wie an externe Bewerber.

Will der Inhaber dagegen keinen Nachfolger aus der Familie, obwohl es Interessenten gibt, ist es dringend anzuraten, dies frühzeitig zu kommunizieren.

Soll der Betrieb etwa von einem oder mehreren Mitarbeitern übernommen werden, ist sicherzustellen, dass es hier zu keinen Konflikten mit dem Rest der Belegschaft kommt. Der jeweilige Kandidat muss in jedem Fall zumindest über folgende Voraussetzungen verfügen: Persönliche Fähigkeiten;  Fachwissen; Führungserfahrung; sowie den Willen, das Unternehmen auch über einen längeren Zeitraum fortführen zu wollen.

Unabhängig davon, ob der Nachfolger aus der Familie kommen soll oder nicht, sollten zumindest die direkten und wahrscheinlich betroffenen Familienmitglieder über die Planungen und den Zeithorizont informiert werden. Nur so ist es möglich, herauszufinden, ob es innerhalb der Familie Interessenten gibt bzw. wie die Familie zu den Planungen steht. In diesem Punkt gibt es in der Praxis immer wieder Überraschungen. Stehen mehrere Personen zur Auswahl, muss mit viel Fingerspitzengefühl und guten Argumenten eine Entscheidung vorbereitet werden.

Soll die Firma dagegen an einen Fremdnachfolger verkauft werden, ist es zwingend  erforderlich, sich verstärkt um eine realistische Bewertung und eine durchdachte Vertragsgestaltung zu kümmern.    

So muss sich der Inhaber u.a. fragen

  • Was ist mein Unternehmen wirklich wert?
  • Was ist bei der Vertragsgestaltung alles zu beachten?
  • Wie gelingt der Übergang und was mache ich danach?

Selbstverständlich sind noch viele weitere Fragen in einem solchen Prozess zu klären, daher nimmt diese Ausführung nicht für sich in Anspruch vollständig zu ein. Sie führt jedoch zu der Frage der Unternehmensprüfung und Unternehmensbewertung.

 

Kontakt:

RA/StB Volker Schmidt-Op den Camp

Hörlenweg 5

35708 Haiger

Tel.: 0 27 73 / 81 01 -66

in Kooperation mit

Dörr Schwarz Schäfer Steuerberater-Partnerschaft, Haiger

 

 

 



  Die Wirtschaftspaten e.V.  

 

„Die Wirtschaftspaten e. V.“ betritt als neuer Kooperationspartner der Unternehmensbörse Hessen das Parkett.

   

Eng mit Wirtschaft und Politik vernetzt, stellen ehemalige Fach- und Führungskräfte aus Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung ihre Erfahrung und ihr Wissen ehrenamtlich bei Existenzgründung, -sicherung und Unternehmensnachfolge zur Verfügung. „Die Zusammenarbeit erhöht die Qualität unseres Angebots erheblich“, kommentiert Dirk Olbrich, Geschäftsführer der exact Beratung GmbH, Wetzlar, und Betreiber der Unternehmerbörse Hessen, und ergänzt: „Die Staffelübergabe von einer Unternehmergeneration zur nächsten ist ein komplexer, emotionaler Prozess, bei dem die Wirtschaftspaten als neutrale Koordinatoren ihren externen Blickwinkel und ihr fundiertes Know-how einbringen können, um zu einem fairen Ergebnis für alle Beteiligten zu gelangen.“

   

Der Zweck des Vereins ist die Weitergabe von Erfahrungen und Fachwissen ehemaliger Fach- und Führungskräfte aus der Industrie, dem Handel, dem Handwerk und dem Dienstleistungsbereich. Im Vererin arbeiten 30 Mitglieder, die ihre ehrenamtliche Hilfe vor allem bei Existenzgründungen, Existenzsicherungen und der Unternehmensnachfolge anbieten. Der Erfahrungsschatz, auf den die Mitglieder zurückgreifen können, weist den eigentlichen Wert des Vereins aus.

   

Die Wirtschaftspaten haben seit ihrer Gründung im Jahre 2002 bis heute über 4.000 Betreuungen durchgeführt. 50 % der Interessenten waren Existenzgründer. 47 % haben Hilfe bei der Unternehmenssicherung und 3 % bei der Unternehmensnachfolge in Anspruch genommen.

   

Unter dem Motto "Alt hilft Jung" konnten bundesweit bis heute in den oft kleinen und mittleren Unternehmen mehr als 50.000 Arbeitsplätze gesichert werden.

   

Kontakt:

Die Wirtschaftspaten e.V., Heinrich-von-Brentano-Straße 15, 63486 Bruchköbel

Ansprechpartner Herr Wolfgang Leschhorn, Tel.: 06181 - 576512, E-mail: wolfgang.leschhorn@t-online.de

 



  Impressum

Dieser Newsletter ist ein kostenloses Angebot der

Unternehmensbörse Hessen
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Karl-Kellner-Ring 23
D-35576 Wetzlar

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Telefax: +49 (0) 64 41 - 44 79 98 70
E-Mail: info@unternehmensboerse-hessen.de
Internet: www.unternehmensboerse-hessen.de

Die Unternehmensbörse Hessen ist ein Angebot der exact Beratung GmbH.

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