Newsletter Unternehmensboerse

  Juni 2011

 
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir begrüßen Sie recht herzlich zum aktuellen Newsletter der Unternehmensbörse Hessen. 

Fachartikel zum Thema "Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge"

In unserem heutigen Newsletter finden Sie den zweiten Teil des Fachartikels über die relevanten Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge von Volker Schmidt-Op den Camp, Rechtsanwalt und Steuerberater aus Haiger.

IHK Frankfurt initiiert Umfrage zum Thema Unternehmensnachfolge.

Die Nachfolge eines Unternehmens regeln, ist eine unternehmerische Her-ausforderung. Die IHK Frankfurt und der Arbeitskreis Unternehmensnachfolge möchten deshalb für Aufklärung und Hilfestellung sorgen. Mit einer Fragebo-genaktion für Gewerbetreibende werden Antworten zusammengetragen, um Handlungsansätze für die anstehende Unternehmensnachfolge aufzuzeigen und das Dienstleistungsangebot der IHK zu optimieren.  Initiator ist der Arbeitskreis Unternehmensnachfolge der IHK Frankfurt, in dem sich Berater ehrenamtlich und im Interesse der hiesigen Wirtschaft engagieren. Der Fragebogen kann online ausgefüllt werden unter http://www.frankfurt-main.ihk.de/umfrage-nachfolge Die Ergebnisse der Fragebogenaktion werden anschließend den Teilnehmern übermittelt und veröffentlicht.
Kontakt: IHK Frankfurt am Main, Finanzplatz • Unternehmensförderung • Starthilfe, Thomas Stetz, Telefon 0 69/2197-1372, E-Mail t.stetz@frankfurt-main.ihk.de

Die Unternehmensbörse Hessen auf der 1. Metallmesse Mittelhessen - Impressionen und Bilder

In der vergangenen Woche hat die erste Metallmesse Mittelhessen in der Rittal-Arena stattgefunden. Die Unternehmensbörse Hessen war mit einem eigenen Stand vertreten. Das Feedback der Messebesucher war sehr gut und es kam zu vielen interessanten Gesprächen rund um das Thema Unternehmensverkauf und -nachfolge. Auf unserer Facebook Seite unter http://www.facebook.com/unternehmensboerse.hessen finden Sie einige Impressionen und Eindrücke von unserem Stand und von der Metallmesse.

Wir wünschen Ihnen viel Spass und Erfolg bei der Lektüre des Newsletters. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, erreichen Sie uns unter den angegebenen Kontaktdaten. 

Ihr Team der Unternehmensbörse Hessen

 

 

 



  Aktuelle Angebote und Gesuche der Unternehmensbörse Hessen  


  Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge: Teil 2 - Sorgfältige Analyse  

 

von RA/StB Volker Schmidt-Op den Camp, 35708 Haiger

Unternehmensprüfung (Due-Diligence)

Der Gesichtspunkt der Unternehmensprüfung ist, neben der Bewertung, selbstverständlich die zentrale Frage für den möglichen Übernehmer.

 

In der Praxis hat sich hier die Durchführung einer sog. Due-Diligence (DD), übersetzt „sorgfältige Prüfung“, bewährt. Eine (DD) hilft nicht nur dabei, einen schnellen und besseren Überblick über die Tätigkeitsschwerpunkte eines Unternehmens zu bekommen. Sie bietet vor allem auch die Möglichkeit, Stärken und Schwächen aufzudecken, bei der Ermittlung eines realistischen Kaufpreises zu unterstützen und die notwendigen Vertragswerke vorzubereiten. So können spätere langwierige Streitigkeiten vermieden werden.

 

Denn auch wenn der jetzige Inhaber meint, alle Aspekte seines Betriebes zu kennen, wird er in der Praxis immer wieder von Dingen überrascht, von denen er nichts gewusst hat bzw. die er nicht bewusst wahrgenommen hat. Noch entscheidender als diese Selbstinformation ist natürlich, dass den Übernahmekandidaten verlässliche Aussagen und Unterlagen an die Hand gegeben werden, mit deren Hilfe sie sich in Ruhe ein vollständiges Bild vom Betrieb, dessen wirtschaftlicher Position und Wettbewerbsfähigkeit machen können.

 

Eine (DD) umfasst in der Regel mehr als eine ausführliche Analyse und Darstellung der finanziellen Situation eines Unternehmens. Zumindest die folgenden Teilgebiete sollte eine aussagefähige Due-Diligence-Prüfung umfassen:

·         Finanzen, Recht & Steuern

·         Mitarbeiter & Unternehmenskultur

·         Wirtschaftliches Umfeld

·         Markt, Kunden & Produkte

·         Forschung & Entwicklung

·         Produktion & Technik

·         IT & Umweltstandards

 

Eine solche (DD) kann durchaus, abhängig vom gewünschten Prüfumfang, mehrere Wochen dauern. Damit es um die Qualität der Prüfung keine Diskussionen mit dem potenziellen Nachfolger gibt, könnte überlegt werden, ob die (DD) mithilfe eines unabhängigen Beraters durchgeführt wird. Häufig ist diese Konstellation jedoch nicht anzutreffen.

 

Da eine (DD) den gesamten Betrieb durchleuchtet, ist es in größeren Betrieben sinnvoll, wenn alle Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen eingebunden werden. In der Planung der (DD) sollte ein verbindlicher Zeitplan für die Durchführung erstellt und verabschiedet werden. Am Ende des Prozesses sollte ein aussagefähiger und umfassender Abschlussbericht erstellt werden, der jedes Prüffeld mit sämtlichen erkannten Stärken und Schwächen ausführlich darstellt. Dieses Dokument kann vom derzeitigen Inhaber dazu genutzt werden, Verbesserungen einzuleiten und umzusetzen. Dem potenziellen Nachfolger hilft es, ein realistisches Bild vom Betrieb zu bekommen. Die (DD) ist somit ein zentrales Hilfsmittel, um die beiden Beteiligten, in die Lage zu versetzen, sich ein objektives Bild über den Status des Betriebes und seine Zukunftsaussichten zu verschaffen. Somit wird die Kaufpreisfindung durch eine derartige Überprüfung erheblich erleichtert.

 

Die Duo-Diligence verursacht selbstverständlich Kosten, allerdings lohnt sich der Aufwand fast immer, da Sie ein sehr genaues Bild über die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens bekommen. Wenn Sie als Übergeber die Prüfung sogar zu einem frühen Zeitpunkt, etwa 3-4 Jahre vor dem geplanten Übergabezeitpunkt selbst vornehmen, bleibt Ihnen zudem ausreichend Zeit, um mögliche Schwachstellen zu beseitigen, Ihrem Nachfolger ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen zu übergeben und einen besseren Peis zu erzielen.

 

Allerdings sollten Sie die Daten nur wirklich ernsthaften Kandidaten zur Verfügung stellen und sich vor einer möglichen Weitergabe von Interna absichern, etwa durch eine Vertraulichkeitsvereinbarung und eine Absichtserklärung. Selbstverständlich dürfen entscheidende Firmengeheimnisse nicht vor Abschluss der Transaktion offenbart werden. Hier muss gestaffelt vorgegangen werden. Dieser Prozess verlangt Fingerspitzengefühl. Hier sollten Sie unbedingt auf externe Unterstützung zurückgreifen.

  

Unternehmensbewertung

Den zweiten Teil des Artikels möchte ich mit einem Punkt beginnen, der ebenfalls für beide Seiten von zentraler Bedeutung ist. Der Unternehmensbewertung. Ein Altinhaber muss ungefähr wissen, was sein Betrieb derzeit wert ist. Falsche Preisvorstellungen zu Beginn eines Übergabeprozesses sind dabei keine Seltenheit.

 

In der Praxis wird bei einem geplanten Verkauf häufig die Ertragswertmethode zur Ermittlung des Unternehmenswertes verwendet. Hier stehen die künftigen Gewinne des Unternehmens im Vordergrund. Grundgedanke der Ertragswertmethode ist, dass ein Käufer für das Geld, das er beim Kauf des Unternehmens einsetzt, eine bestimmte Verzinsung erwartet. Schließlich könnte er sein Geld ja auch anderweitig einsetzen.

 

Es fragt sich daher, wie hoch der Kaufpreis maximal sein darf, damit der erwartete Gewinn eine, dem Risiko angemessene, Verzinsung für das vom Käufer eingesetzt Kapital darstellt. Um diese Frage beantworten zu können, ist es notwendig, die voraussichtliche künftige Ertragskraft für die kommenden 5 - 8 Jahre zu „bestimmen“. Hier schlägt die Stunde des kritischen steuerlichen und wirtschaftlichen Beraters.

 

Dabei kann wie folgt vorgegangen werden: Das so „bestimmte“ durchschnittliche Betriebsergebnis wird mit einem frei zu wählenden Kalkulationszinssatz auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst.

 

Dieser Zinssatz setzt sich aus zwei Teilen zusammen; einem langjährigen durchschnittlichen Zinssatz, den ein Anleger für risikoarme Kapitalanlagen, etwa Bundeswertpapiere, erzielen kann. Er bewegte sich in der Vergangenheit um die 6 %, wobei die seit Jahren niedrigen Zinsen dazu beitragen, dass der Satz tendenziell weiter sinkt. Der weitere Teil des Zinssatzes ist ein individuell zu wählender Risikoaufschlag, den der Käufer haben möchte, um sein unternehmerisches Risiko abzudecken. Der Risikoaufschlag hängt etwa von der Branche, dem wirtschaftlichen Umfeld des zu erwerbenden Betriebes und den persönlichen Erwartungen des Erwerbers ab.

 

Eine Übereinkunft über die Höhe der Überschüsse und des Kalkulationszinssatzes ist daher von ganz zentraler Bedeutung.

 

Hier zeigt sich aber auch, wie wichtig es für den Unternehmer ist, frühzeitig dafür Sorge zu tragen, dass es dem Betrieb vor einem geplanten Verkauf wirtschaftlich gut geht und entsprechende Überschüsse aufweist. Denn je höher die in diesem vergangenen Zeitraum erwirtschafteten Überschüsse waren, umso leichter sind die zukünftig zu erwartenden Ergebnisse zu rechtfertigen.

 

Vereinfachtes Beispiel

Bei der Berechnung der Überschüsse ist man sich einig. Der Verkäufer sieht jedoch einen angemessenen Zinssatz für die Diskontierung bei 11% (5 Prozent plus 6 Prozent Risikozuschlag). Der Käufer will die Überschüsse mit einem Kalkulationszinssatz von 12% (5 Prozent, plus 7 Prozent) diskontieren. Der Unterschied im Kaufpreis beträgt in diesem Fall, unter der Annahme von einem jährlichen Überschuss im Erstjahr von 90T€ und einer Steigerung des Überschusses von jährlich 5T€ und einem Betrachtungszeitraums von 7 Jahren, immerhin bereits 16.000,00 Euro.

 

Dies zeigt, dass selbst kleinste unterschiedliche Ansätze große Unterschiede zur Folge haben können. Gleichwohl ist die so verwendete Ertragswertmethode von der Rechtsprechung allgemein anerkannt. Einige andere Methoden, wie z.B. die Substanzwert- und Multiplikatormethode sind gegenüber der Ertragswertmethode vergleichsweise ungenau, während etwa die Discounted-Cashflow-Methode sehr arbeitsaufwändig ist. Bei allen Methoden kommen die Beteiligten jedenfalls nicht umhin, die künftige Entwicklung des Unternehmens zu bestimmen, wodurch die Ermittlung absolut genauer Werte selbstverständlich nicht möglich ist.

 

Da die Interessen des Verkäufers und des potenziellen Käufers naturgemäß auseinander gehen, empfiehlt es sich, den Prozess der Kaufpreisermittlung genau zu dokumentieren. Auf diese Weise lassen sich allzu große Meinungsverschiedenheiten zumindest stark begrenzen.

 

Zudem sollte bei einer solchen Ermittlung des Ertragswertes auch die Finanzierungsstruktur berücksichtigt werden. Je höher der Fremdkapitalanteil, desto höher sind die zu leistenden Zinsen und desto niedriger die Überschüsse. Zudem wird der Käufer verlangen, dass bei einem stark fremdfinanzierten Betrieb ein höherer Risikozuschlag in Ansatz zu bringen ist.

 

Kontakt:

RA/StB Volker Schmidt-Op den Camp

Hörlenweg 5

35708 Haiger

Tel.: 0 27 73 / 81 01 -66

in Kooperation mit

Dörr Schwarz Schäfer Steuerberater-Partnerschaft, Haiger

 

 



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