Newsletter Unternehmensboerse

  Juli 2011

 
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir begrüßen Sie recht herzlich zum aktuellen Newsletter der Unternehmensbörse Hessen.

      

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Fachartikel Teil 3.

In diesem Newsletter finden sie den dritten Teil der Reihe "Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge". Dieser dritte Fachartikel behandelt die Umsetzung der Unternehmensnachfolge und geht auf mögliche Fallstricke und Schwieringkeiten ein.

Wir wünschen Ihnen viel Spass und Erfolg bei der Lektüre des Newsletters. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, erreichen Sie uns unter den angegebenen Kontaktdaten. 

Ihr Team der Unternehmensbörse Hessen

 

 



  Aktuelle Angebote und Gesuche der Unternehmensbörse Hessen  


  Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge: Teil 3 - Die Umsetzung  

 

von RA/StB Volker Schmidt-Op den Camp, 35708 Haiger

Rechtliche und Praktische Umsetzung

a) Rechtliche Vertragswerke

Nachdem die Unternehmensprüfung und die Bewertung abgeschlossen sind und die Parteien sich zudem handelseinig geworden sind, “geht es ans Eingemachte“. Auch in diesem Stadium kann es noch zu einem plötzlichen und überraschenden Ende des Prozesses kommen.

Denn es gilt, bei der Gestaltung und Formulierung der notwendigen Verträge nicht nur die berechtigten Interessen der eigenen Partei im Auge zu behalten, sondern darüber hinaus auch ein wirtschaftliches Verständnis für die Belange der Gegenseite aufzubringen. Eine Fertigkeit, die leider nicht immer bei allen Beteiligten anzutreffen ist.

Im Fall von Meinungsverschiedenheiten sollte versucht werden, eine gütliche Lösung zu finden. Ansonsten drohen den Beteiligten weitere Kosten und ein empfindlicher Zeitverlust. Falls jedoch erforderlich, muss der Übergabeplan angepasst und verändert werden. In jedem Fall sollten Tätigkeiten, Termine, Verantwortlichkeiten und Änderungen schriftlich festgehalten und von beiden Seiten abgezeichnet werden.

Hinsichtlich der benötigten Vertragswerke steht in den meisten Fällen der Kaufvertrag im Zentrum der Überlegungen. Ob aber darüber hinaus Regelungen zu Bürgschaften, Verbindlichkeiten, Pensionszusagen, Steuern, Grundstücke oder sonstigen Aspekten notwendig sind, ist eine Entscheidung des jeweiligen Einzelfalles. Hier sollten Sie Wert darauf legen, dass Ihr Berater mit der Vielfalt einer solchen Aufgabenstellung vertraut ist. Notfalls sollten Sie nur für dieses eine, überaus wichtige Projekt, eine weitere Beratung und Unterstützung hinzuholen.

Aber selbst wenn die Verträge geschlossen sind und somit alles in „Trockenen Tüchern“ ist, ist der gesamte Übergabeprozess noch lange nicht zu Ende.

b) Praktische Fallstricke

Wurde ein Nachfolger gefunden, geht es um die Beantwortung der Frage, wie und innerhalb welcher Zeit dieser die Geschäfte im Betrieb vollständig übernehmen soll.

Haben die Mitarbeiter den Nachfolger schon einmal gesehen, sollte dieser zunächst der Belegschaft vorgestellt werden, um Klarheit in dieser Sache zu vermitteln. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen immer wieder, dass Beschäftigte es sehr schätzen, wenn Sie wissen, was sie erwartet. Eine mehr oder weniger andauernde Phase der Unsicherheit führt hingegen oft zu Gerüchten und den damit zusammenhängenden negativen Begleitumständen. Daher sollten Alt- und Neuinhaber gemeinsam ein klares Bekenntnis zum weiteren Bestand der Firma, auch in Bezug auf die Sicherheit der Arbeitsplätze, abgeben.

Parallel sollte der Nachfolger so schnell wie möglich allen wichtigen Geschäftspartnern, Kunden, Lieferanten, Kooperationspartnern und Banken vorgestellt werden. Bei diesen Gelegenheiten geht es nicht nur um die persönliche Vorstellung, sondern auch schon darum, den Nachfolger mit der Funktionsweise des Geschäfts, den Abläufen und den Besonderheiten vertraut zu machen.

Auch wenn der Nachfolger sorgfältig ausgewählt worden ist, kommt es in der Praxis (gerade bei der Familienlösung) immer wieder zu Streitigkeiten in Bezug auf die Art der künftigen Unternehmensführung.

Häufig haben die Altinhaber den Betrieb ohne größere betriebswirtschaftliche Unterstützung geführt. Entscheidungen wurden zu einem nicht unerheblichen Teil aus einem großen Schatz an persönlichen Erfahrungen getroffen. Über dieses Wissen verfügt der neue Inhaber häufig noch nicht. Möglicherweise hat er eine andere Ausbildung genossen und möchte die Firma daher auch auf eine andere Art und Weise führen.

Hier ist es wichtig, dass sich beide Seiten im Vorfeld darauf verständigen, wer an welcher Stelle wie agieren soll. Beispielsweise muss geklärt werden, ab wann der neue Inhaber eigenverantwortliche Verhandlungen mit Lieferanten trifft, ab wann er selbst verbindliche Verträge mit Kunden abschließen kann, wie die Preise kalkuliert werden usw. Dies gilt es insbesondere auch in den Fällen einzuhalten, in denen eine Familienlösung gefunden wurde.

Soll der Nachfolger daher vom Altinhaber über einen bestimmten Zeitraum eingearbeitet werden, ist es notwendig, den Zeitraum genau zu fixieren. Es muss klar sein, wann der Altinhaber endgültig ausscheidet. Außerdem muss geklärt werden, wann die nächsten Aufgaben, Befugnisse und Entscheidungen vom Altinhaber auf den neuen Chef übergehen. Dies ist am besten mithilfe eines Zeitplans möglich, welcher etwa wie folgt aussehen könnte:

Tätigkeiten

Übergabe der Verantwortung

Einkaufsverhandlungen

ab März 2011

Versicherungen abschließen

ab März 2011

Personalentscheidungen

ab Mai 2011

Bankgeschäfte (Vollmachten)

ab Juni 2011

Investitionsentscheidungen

ab Juni 2011

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Dabei dürfte es einleuchten, dass selbstverständlich ein kurzer Zeitraum einem lang währenden Übergangsprozess vorzuziehen ist.

Fazit

Wenn der Betrieb vom alten Inhaber aufgebaut worden ist, fällt es meist schwer, wirklich loszulassen, und sich einem neuen Lebensabschnitt zuzuwenden.

Bei Familienunternehmen ist immer wieder zu beobachten, dass "der Übergeber" mehr oder weniger regelmäßig vorbeikommt, um zu sehen, wie sich sein Unternehmen weiter entwickelt. Hierdurch entstehen auch nach dem Zeitpunkt der erfolgten Übergabe zahlreiche Konflikte, die vermieden werden könnten, wenn sich der Altinhaber anderen Dingen im Leben zuwendet. Allerdings ist es dafür notwendig, sich frühzeitig um Alternativen, etwa Hobbys oder Ehrenämter, zu kümmern und darin auch eine echte neue Lebensaufgabe zu sehen.

Zudem sollte der Altinhaber wissen und akzeptieren, dass die „nächste“ Generation die Dinge oft anders anpackt. So gibt es häufig neue Verfahren und Methoden die zwingend neu eingesetzt werden müssen. Auch wenn der Nachwuchs nicht immer fehlerfrei arbeiten sollte, ist es für alle Beteiligten meistens am besten, wenn sich der Altinhaber nach erfolgter Übergabe nicht mehr um die Belange der Firma kümmert und dem Betrieb auch keine Besuche abstattet, es sei denn, der Übernehmer benötigt oder bittet ihn um seine Hilfe und seinen Erfahrungsschatz.

Eine frühzeitige, strukturierte Nachfolgeplanung sichert den Weiterbestand gerade von kleinen und mittleren Betrieben. Spätestens fünf Jahre vor dem geplanten Ausscheiden aus der Firma sollte ein Inhaber damit anfangen, denn die Suche nach einem geeigneten Nachfolger, die Klärung zahlreicher, neuer Fragestellungen sowie die Ermittlung eines angemessenen Kaufpreises, nehmen in der Regel mehr Zeit in Anspruch, als sich die Betroffenen zuvor vorstellen.

Aber auch für den Notfall muss vorgesorgt werden. Neben der Regelung der Unternehmensnachfolge sollte jeder Firmeninhaber oder Geschäftsführer klären, wie es mit dem Betrieb weitergehen soll, wenn er plötzlich ausfällt. Die meisten Inhaber machen sich kaum Gedanken, was mit der Firma passiert, wenn sie durch Unfall oder Krankheit längere Zeit ausfallen. Hier bietet es sich an, gemeinsam mit der Nachfolgeplanung, einen Notfallplan zu erarbeiten, um sicherzustellen, dass das Unternehmen eine solche Zeit ohne Schaden übersteht.

Nachfolgeplanungen sollten Sie in keinem Fall ohne die Unterstützung spezialisierter Berater vornehmen. Dies ist natürlich nicht umsonst zu bekommen. Während des gesamten Prozesses fallen verschiedenste Kosten für Berater, öffentliche Abgaben und Gebühren an. Eine konkrete Zahl für die Gesamtkosten zu nennen wäre jedoch nicht redlich, da dies stets vom Einzelfall abhängt.

Trotz der möglichen Kosten sollte dennoch deutlich geworden sein, dass die Vorteile einer Unternehmensnachfolge überwiegen. Banken ist es wichtig, dass der Betrieb auch dann weiter existieren kann, wenn der aktuelle Inhaber einmal ausfällt oder an einen Nachfolger übergibt. Sie honorieren das meist mit einer besseren Bewertung bei einer Bonitätsprüfung und damit niedrigeren Kreditzinsen, Geschäftspartner mit einem gesteigerten Vertrauen in die zukünftige Zusammenarbeit.

Aber auch für Sie als den Hauptbetroffenen sollte es beruhigend sein zu wissen, dass wichtige und teilweise existenzielle Fragen frühzeitig geregelt sind und böse Überraschungen für die Familie möglichst erspart bleiben.

Kontakt:

RA/StB Volker Schmidt-Op den Camp, Hörlenweg 5, 35708 Haiger , Tel.: 0 27 73 / 81 01 -66

in Kooperation mit

Dörr Schwarz Schäfer Steuerberater-Partnerschaft, Haiger

 

 

 



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